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Warum Psychotherapie

Der Weg zum "erwachsen"-werden ist steinig. Viele Kinder und Jugendliche geraten immer wieder in Lebensumstände, die schwierig zu bewältigen sind und seelisches Leid auslösen können.

Dabei gibt es häufig so genannte "Schwellenkrisen". Dies sind zum Beispiel der Eintritt in den Kindergarten, die Grundschule und danach in die weiterführenden Schulen, oder die Berufsausbildung. Dazu gehören auch die Geburt eines Geschwisterkindes, die Trennung der Eltern und andere Ereignisse im Umfeld des Kindes und Jugendlichen.

Solche Krisen lösen oft Konflikte aus. Diese Konflikte zeigen sich mit Eltern, Erziehern, Lehrern und Gleichaltrigen. Häufig zeigen Kinder und Jugendliche dann Verhaltensweisen , die von der Umwelt und Gesellschaft als nicht mehr akzeptabel hingenommen werden. Möglich ist auch, dass sich intensive Ängste ausbilden, die die Lebensqualität stark einschränken und die Teilnahme am sozialen Leben behindern können. Ebenso kommt es vor, dass sich körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen entwickeln, wofür es scheinbar keine medizinischen Ursachen gibt. Begleitet werden diese Probleme auch häufig von Selbstwertproblemen, man fühlt sich minderwertig, schuldig, verliert seinen Antrieb und seine Motivation.

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie geht man davon aus, dass eine Wechselwirkung zwischen Körper und Seele besteht, die von zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst wird. Gerät die Beziehung zwischen Kind oder Jugendlichen und seinen wichtigen Bezugspersonen aus dem Gleichgewicht, können sich "Störungen" entwickeln, die man positiv betrachtet auch als Lösungsversuche für eben jene Beziehungskrisen verstehen kann.

Während Kinder eher im Spiel ihre Probleme symbolisch darstellen, findet die Auseinandersetzung bei Jugendlichen mit ihren Nöten mehr über das Gespräch statt. Ermöglicht wird dadurch die bewusstere Wahrnehmung von Gefühlen, Konflikten, Beziehungsmustern usw. Hier ergibt sich dann die Chance, entwicklungshemmende Einflüsse zu erkennen und zu überwinden. 

Meine Aufgabe als Therapeut ist, diesen Weg zusammen mit dem Kind/Jugendlichen zu beschreiten, zu begleiten und Hilfestellungen zu geben. 

Therapie in Anspruch zu nehmen bedeutet nicht "gestört" zu sein, sondern aktiv eine Lösung für seine Konflikte zu suchen und zu finden, um die Krise zu überwinden und in seiner eigenen Entwicklung weiterzukommen.